Wie man lernt. Über das Denken, mit Tomatentechnik und ausreichend Schlaf.

Die erste Woche des „Learn how to learn“ MOOCs ist vorbei und ich möchte zusammenfassen, was ich über das Lernen gelernt habe. Für mich, um das Gelernte zu rezipieren. Und für meine Leser, um einen Einblick in den Kurs zu geben oder auch nur über Lernen im allgemeinen zu informieren. Ich habe hier ja bereits beschrieben, dass es nie schaden kann, sich mit Lernmethoden zu befassen. Lernen ist nie zu Ende.

Fokussiertes und diffuses Denken:

Das Denken wird mit einem Flipper verglichen. Wenn man fokussiert denkt, ist das wie ein Flipperautomat mit sehr vielen Stoppern, die ganz nah beieinander stehen. So dass der Gedanke (die Kugel) immer wieder an bereits bekannte Dinge anstösst. Fokussiertes Denken ist also gut dafür geeignet, wenn man etwas lernen möchte, das auf bekannte Inhalte aufbaut oder diese variiert. Oder um zur Lösung eines konkreten Problems zu kommen.

Fokussiert zu denken ermöglicht z.B. die Pomodoro Technik (siehe unten)

Diffuses Denken wiederum gleicht weit auseinanderstehenden Stoppern im Flipperautomat, weil die Kugel weite Wege zurücklegen kann und sich auch ganz ungewöhnlich und überraschend bewegen kann. Wenn man kreativ sein will, ist es also hilfreich, sich das Denken abseits der gewohnten Pfade zu erlauben. Diffuses Denken ist das, was häufig unter der Dusche oder beim Spazierengehen geschieht.

Sich zu bewegen, hilft auf jeden Fall dabei, die Gedanken wandern zu lassen. Es hilft aber auch, die in der konzentrierten Denkphase erlernten Inhalte zu festigen. Das Gehirn braucht Zeit, um die neuen Informationen zu verarbeiten. Zeit und Schlaf… dazu weiter unten mehr.

Playlist mit Videos aus dem Kurs (2014)

Pomodoro Technik (Wikipedia-Link)

Nicht ganz neu aber immer noch ein bewährtes Hilfsmittel: Mittels eines Weckers arbeitet man 25 Minuten konzentriert und ohne Unterbrechungen an einer Sache. Nach Ablauf der Zeit gibt es eine kurze Pause. Dann kommt die nächste konzentrierte Phase für 25 Minuten. Insgesamt arbeitet man 4 Konzentrationsphasen durch mit jeweils kurzen Unterbrechungen. Dann macht man eine längere Pause, ca. 15-20 Minuten.

Apple Pomodoro Timer

Google Pomodoro Timer

Diese Technik macht es einfacher, Prokrastination zu vermeiden. Denn 25 Minuten lang kann man sich durchaus konzentrieren. Frust kommt ja erst dadurch auf, dass man sich nicht mehr konzentrieren kann und sich dann lieber etwas anderes sucht. Dann gerät man in den Konflikt, dass man eigentlich weiß, dass man lernen muss und trotzdem nichts mehr in den Kopf hinein bekommt. Aber in kleine Häppchen unterteilt, kann man auch schwierigere Themen erfassen.

Lernen durch Wiederholung und den „Mörtel trocknen lassen“

Im Kurs wird auch erklärt, wie wichtig regelmäßige Wiederholungen des Lernstoffs sind. Und wie wichtig Pausen und Schlaf (!) sind.

Wie lernt man langfristig? Durch wiederholen, wiederholen und wiederholen. Dabei muss das nicht mal langweilig sein. Früher, in der Schule, habe ich kein einziges Mal mit Karteikarten gelernt. Jetzt, als Erwachsene bin ich ein überzeugter Fan. Ich nutze nicht nur Papierkarteikarten sondern eigentlich noch viel lieber und häufiger elektronische Karten wie z.B. Anki oder auch Memrise. Beides ist sowohl am PC als auch unterwegs per App benutzbar und somit werden auch kurze Wartezeiten zu Lerngelegenheiten.Der Trick ist dabei, dass es zwischen den Wiederholungsdurchgängen Pausen gibt, ein oder mehrere Tage. Memrise ist auch optisch sehr schön aufgemacht und wirkt eher spielerisch, so dass sich das Lernen nicht unbedingt wie Arbeit anfühlt.

Anki

Memrise

Das Lernen wird verglichen mit einer Mauer, die man aufbauen möchte. Das funktioniert aber nicht, wenn man an einem Tag alle Steine und allen Mörtel zusammenpackt. Heraus kommt ein ziemlich unförmiger Steinhaufen, der nicht haltbar ist. Eine stabile Mauer / stabiles Wissen entsteht dann, wenn man möglichst sorgfältig (= konzentriert) baut und allem neu hinzugefügten genug Zeit gibt, um sich zu festigen.

WDR Quarks Beitrag über Schlaf (Seite 10, 11 und 1 Absatz aus Seite 12 zum Zusammenhang mit Lernen)

Interessant ist auch, dass erst im Schlaf bestimmte Stoffwechseltoxine aus dem Gehirn „ausgewaschen“ werden. Jeder Mensch hat sein individuelles Schlafbedürfnis und wenn dies dauerhaft unterschritten wird, wird es schwierig, sich zu konzentrieren und etwas neues zu lernen.

Das bedeutet, dass es, oh Überraschung, nichts bringt sich vor Prüfungen die Nächte um die Ohren zu schlagen um in letzer Minute noch möglichst viel Wissen in den Kopf zu bekommen. Es wird nur schlimmer, weil man sich nichts mehr merken kann UND nicht ausgeschlafen ist.

Fazit:

Das war schon alles sehr informativ, wenn auch nicht brandneu. Ich bin sehr gespannt auf die zweite Woche.

Zusätzliche Infos:

Learning how to learn / Barbara Oakley at TEDx Oakland University

Interview with Dr. Terrence Sejnowski

Interview with Dr. Robert Bilder on Creativity and Problem Solving

Interview with Benny, the irish Polyglot

Learning how to Learn – Techniques in Real Life „Be on the path, life-long learner“

Zusatzliteratur

 

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